Montag, 15. Januar 2007

Aufdringliche Krähe und Frühling im Januar

geschrieben von Ravn

Bereits im letzten Jahr hatten wir das Problem, daß eine sehr aufdringliche Krähe die Fenster in der ersten Etage unseres Hauses attackierte. Es war so Ende März bis Mitte April in der sich der schwarze Vogel schreiend und klopfend bemerkbar machte. Ich habe damals über dieses Phänomen auch mit einem Hobbyornithologen gesprochen und der meinte, daß es mit den Spiegelungen in der Fensterscheibe zu tun haben könnte. Irgendwann Ende April hatte die Krähe es dann eingesehen und die Fenster in Ruhe gelassen. Vor zwei Tagen nun, hat es wieder begonnen. Ich schätze mal, daß es sich um den gleichen Vogel wie im letzten Jahr handelt (so genau kann ich das nicht erkennen). Mal sehen wann das verrückte Federvieh es diesmal einsieht.

Heute als sie wieder klopfte, habe ich auch versucht ein Foto von der Situation zu machen, aber sowie sie mich sah, flog sie sofort in den nächsten Baum und krächzte. Da war ich mit dem Auslöser nie schnell genug.
So habe ich dann, wo ich schon mal mit Kamera ums Haus lief, ein paar Bilder der frühlingshaften Garteneindrücke gemacht. Vielleicht schaffe ich es auch die nächsten Tage die Krähe vernünftig vor die Linse zu bekommen. Dann stelle ich die Bilder hier auch noch ein.

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Freitag, 12. Januar 2007

Die Trolle von Christoph Hardebusch

geschrieben von Ravn

Nachdem ich schon die Zwergen-Trilogie von Markus Heitz angefangen hatte, war bei mir nun zwischendurch der Roman “Die Trolle” von Christoph Hardebusch aus der Reihe um die Geschöpfe und Völker der Welt J.R.R. Tolkiens einige Abende auf meinem Nachtschrank. Schon allein des Titels wegen drängte es sich mir auf über dieses Buch hier im Trollskogen zu schreiben.

In der Fantasy-Literatur werden die Trolle, wenn überhaupt, meist nur am Rande als dumme, gewalttätige und häßliche Bestien dargestellt. Um so mehr war ich neugierig darauf, einen Roman zu lesen, in dem diese Geschöpfe in einem Hauptteil der Handlung involviert sind. Etwas ernüchtert war ich dann aber, als ich beim Lesen feststellte, daß doch nicht Trolle sondern Menschen die entscheidenden Charaktere darstellen.

Die Rahmenhandlung ist schnell erklärt. Im Land Ardoly wird das dort heimische Menschenvolk der Wlachaken von Besatzern, den Menschenvolk der Masriden unter Führung des gewalttätigen Herrschers Zorpad, unterdrückt. Gleichzeitig tobt unter der Erde auch ein Kampf zwischen Trollen und Zwergen. Eine scheinbare Verquickung der Machenschaften zwischen den Masriden und den Zwergen führt zu einer unfreiwilligen Zweckgemeinschaft zwischen dem Anführer einer wlachakischen Rebellenbewegung mit Namen Sten sowie einer Gruppe von Trollen um deren Anführer Druan und dem gewaltigen Trollkrieger Pard, welche dem unheilvollen Bündnis ihrer Feinde ein Ende setzen wollen.

Die ungleiche Gruppe hat zusammen einige brisante Abenteuer zu bestehen und dabei treten immer wieder die großen Unterschiede zwischen der Mentalität und dem Denken der Menschen und Trolle zu tage. Die eher pragmatischen Handlungsweisen der Wesen aus der Erde sind dabei vom Autor besonders gut herausgerabeitet. Es ergeben sich daraus einige lustige Wortwechsel und heitere Situationen, aber auch traurige und bedrückende Momente. Der Roman liest sich recht flott und bietet gute Unterhaltung. Immer wenn die Trolle besonders viel Anteil an der Handlung hatten, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Stellenweise fand ich aber den weiteren Fortlauf der Geschichte etwas zu durchschaubar. Auch gibt es einige Dinge in der Handlung, welche nicht schlüssig und unlogisch sind. So ist z.B. das Laufen bei Nacht quer durch einen Wald für Menschen nicht so einfach möglich wie es in der Geschichte scheint und auch ist es im Dunkeln eigentlich nicht möglich weit entfernte Einzelheiten noch genau zu erkennen. Das Ende mit der obligatorischen finalen Schlacht war mir dann auch zu konstruiert und holprig.

Alles in allem ist es aber ein guter Roman, den ich streckenweise regelrecht verschlang und der mich in eine trollige Welt entführte. Dieses Buch hat Lust auf mehr gemacht und ich hoffe auf eine Fortsetzung – dann mit noch mehr Abenteuern von Sten und den Trollen Druan und Pard sowie deren Verwandschaft aus den Gebeinen der Erde.